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„Pombay moja baridi tafandahli“ Wie
heißt es so schön: „Der Weg ist das Ziel“.
Unser Weg begann aber nicht erst am
Startplatz auf der staubigen Strecke zwischen Malindi und Malanga,
sondern bereits Tage vorher, als wir aus dem Bauch einer Boing 767
in die neue Wahrheit des äquatorialen Afrikas ausgeworfen wurden.
Was war das für ein seltsamer Haufen abgedrehter Deutscher, die
sich zunächst etwas unbeholfen den Weg durch die Passkontrollen
und Einreiseformalitäten kämpften? Die noch frische Erinnerung
vom Morgen, als wir schier endlos um den Kilimanjaro kreisten, um dann
doch unter der Wolkenbank die Landebahn zu sichten, begleitete uns
in den bereit gestellten Bus. Zur Belohnung zeigte sich uns der 5896
m hohe „Kibo“ mehrmals von seiner schönsten Seite. |
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Der
Weg zum Ziel ging weiter: Herzliche, fröhliche Menschen,
katastrophale Straßen, armselige Läden, es schüttete
aus Kannen. Regenzeit? Etwas früh, aber was soll´s, bis Sonntag
wird alles gut sein. Wie ein Martini gut geschüttelt kamen wir im
Stephanie-Sea-Resort an, wo wir von den anderen verrückten Marathonis
und Mathilde in Empfang genommen wurden.
Es gibt bestimmte Gesetze, die man bei einem Auslandsaufenthalt unbedingt
beachten muss. Ein solches Gesetz ist die Bemühung des Gastes, die
Sprache der Gastgeber zu erlernen. Da manin
kurzer Zeit nicht die gesamte Landessprache erlernen kann, ist man gezwungen,
sich auf essentielle Fragmente zu spezialisieren. „Pombay moja
baridi tafandahli“….“Ein kaltes Bier bitte“.
Dieser Satz sollte mir später die meditative Stütze während
unseres „Bonsai-Marathons“ werden. Ach ja, um genauer zu
sein, waren es nicht ganz 42,195 km sondern 25,1
km…warum? Wegen derSeenlandschaften,
die sich über die Marathonstrecke gelegt hatten, und weil es für
einen Triathlon aber auch nicht gereicht hätte. Ach ja, die Klimawandlung,
El nino, Monsun…also kein Marathon. Jeder sprach vom schlechten
Wetter…es sei darauf hin gewiesen, dass es bei der Erdentstehung
etwa 15000 Jahre ohne Unterbrechung regnete..und zwar 300° C heißen
Regen…wer regt sich da noch auf? Aber, um es vorweg zu nehmen….
alle widrigen Umstände zusammen genommen…waren es dann doch
eher 250 km…gefühlt…Der „Ober-Muli“ wird
nun protestieren und sagen „GPS irrt sich aber nie“…auch
im Parallel-Universum? |
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Der Weg:
Ein anthropologisch interessierter Beobachter konnte am Morgen des 22.10.2006
irgendwo zwischen Malinindi und Malanga in Ostafrika eine wild anmutende
Gruppe von Hominiden (homo sapiens sapiens marathonensis?) beim „Warmmachen“ beobachten. |
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Der Startschuss wurde in eine feierliche Rede mit anschließendem
Countdown von Lutz Krücke vorgetragen.Der
Blick auf die ansteigende rote Sandpiste vor uns bis zum Horizont trug
nicht unmittelbar zur Erheiterung der Läufer bei. Nach dem Motto: „jede
Steigung bringt auch ein Gefälle mit sich“ starteten
die Läufer voller Hoffnung und Mut. Die Strecke durch die Feuchtsavanne
säumte sattgrüne undurchdringliche Flora und beherbergte Abermillionen
von malariaträchtigen Moskitos, die lasziv auf die sich näherndeBlutmahlzeit
warteten. Dagegen half auch kein „Anti-Brumm“. Begleitet wurden
wir von einer Schar kenianischer Kinder, die zum Teil bis zum Ziel durchhielten,
begleitet. Darwin hätte seine Freude gehabt. Er hätte neben der
Vielfalt der Ausprägung von Laufapparaten (Flip
Flops, Barfuß, Asics, Autoreifen) auch die Evolution der Handbewegung
der „Randbevölkerung“ beobachtet und vermutlich eine
wissenschaftliche Abhandlung darüber verfasst. So ist ja bekannt,
dass im Laufe der Evolution dieFreiwerdung
der Hände ein entscheidender Vorteil ist. Durch das Laufen auf zwei
Beinen können die Hände gebraucht werden, um Waffen zu bauen,
um Nahrung zu verarbeiten etc. Darwin hätte nun auch beobachtet, wie
das Anheben der Hand vom Gruß über das freundliche Winken mit
einer rotierenden Bewegung im Handgelenk zu einer bettelnden Geste transformierte.
Glücklicherweise waren drohende Handbewegungen, durch Enttäuschung
(keine Caramellos) bedingt, äußerst selten. |
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Wie
Beckenbauer bei der Organisation der Fußball-WM 2006 hatte Lutz die
Kontakte nach oben genutzt, um das Wetter auf den Punkt umdrehen zu lassen….Respekt…Das
transiente Durchbrechen der Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke gab den
Läufern einen kleinen Vorgeschmack auf „wie
es hätte werden können“, bei 42 km Strecke und Dauersonne…
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So
kam dann der Erste (natürlich ein Kenianer) nach
91 Minuten in das Ziel. Dann kam erst mal länger nix…und
dann tröpfelte es so nach und nach ein. Da ich selbst erst nach 164
Minuten gemeinsam mit Petra (schnellste Teilnehmerin) aus
Landau eintröpfelte (eigentlich tröpfelte es mehrvon
der Stirn) kenne ich die Zeiten der Einzelnen Läufer/innen nicht,
nur dass Franz aus Bickenbach als bester Weißer
nach 134 Minuten von den Helfern in die Massagebaracke geschleift???
wurde. Respekt, lieber Franz!! Hier könnte nun ein Werbe-Slot für
den Biergarten „Kastanie“ in Bickenbach stehen…Franz,
wir besuchen Dich bestimmt mal, um Dir bei der Arbeit zuzusehen…so
schnell wirst Du uns nicht los!!! |
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Gedankt
sei hier den zahlreichen Helfern, die alle 5 km (nach GPS exakt
gemessen) die Versorgungsstände in der sengenden Sonne stehend, politische,
philosophische Themen mit den Einheimischen auf Swaheli diskutierend, ausharrten,
bis dann doch der letzte Läufer eintröpfelte. Der veränderten
Raum- und Zeitkrümmung unterhalb des Äquators ist es vermutlich
zuzuschreiben, dass 5 km nicht immer gleich 5 km waren. Aber was soll´s … der
Weg ist doch das Ziel…und Pombay wartet auf uns nach dem Zieleinlauf..oder? |
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Na
ja, nicht ganz…vorher gilt es noch einen Sitzmarathon in
Malanga zu bewältigen. Gemeint ist der eigentliche Sinn des Marathons…es
ist ja für einen guten Zweck!! Und was für Einer…Das Erlebnis,
die Begeisterung der Schulkinder und der Kinder aus dem Waisenhaus bei
ihren lange vorbereiteten Darbietungen zu Erleben, trieb
nicht nur mir die Tränen in die Augen…dieser postmarathonensische
Nachmittag wird mich mein Leben lang begleiten. Lutz und Mathilde…toll,
was Ihr geschaffen habt…Selbst Dirk, der ja bekanntermaßen
Klippenspringer in Acapulco war, mit Schallgeschwindigkeit durch die Welt
gejettet ist (auch über Bommersheim?) und schon einiges erleben konnte, wurde
sentimental. |
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Liebe Mitstreiter, es war eine wunderschöne Zeit mit Euch…vielleicht
beim nächsten Mal zum 4. Kenia-Jambo-Marathon? |
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