Aufenthalt in Langobaya

 

Hallo Lutz,

" Ja, die Uhren laufen hier anders und doch sind 3 Monate schnell vergangen!

Als ich im Oktober nach Langobaya kam waren die Kinder noch zurückhaltend und die Gegend sehr trocken. Nach ein paar Tagen hatte ich endlich alle Namen behalten können und auch die Kids wurden offener.

Ich habe Einiges von Ihnen gelernt und ich hoffe, dass auch Sie unsere Rituale und "Geheimsprache" behalten werden, damit wir im nächsten Jahr dort weitermachen können, wo wir nun im Dezember aufhören mussten.

Ich war außerdem total beeindruckt, wie man aus einer Flasche Speiseöl ein Spielzeugauto bauen kann.

Klar gibt es auch mal Streit, wer denn nun zuerst oder überhaupt damit spielen darf, doch auch ganz freiwillig wurden diverse Dinge an den nächsten weitergereicht. Selten sieht man die Kleinen weinen.

Ganz begeistert waren die Kleinsten auch, als Sie an mir "klettern" durften oder ich Sie "Huckepack" nahm. Da konnten Sie wahrhaftig nicht genug bekommen und ich musste um eine Auszeit somit regelrecht betteln.

Manchmal habe ich aber auch einfach nur tröstend Händchen gehalten, zum Beispiel als unsere 2 "Neuzugänge" zur Untersuchung nach Malindi mussten (Blutabnahme) oder Micah Malaria hatte. Allerdings gehen Sie mit solchen Situationen sehr tapfer um, wo ich manchmal nur staunen konnte.

Auch als die beiden letzten Waisen angekommen sind gab es keine Tränen und Sie haben sich auf Anhieb mit den anderen zusammen getan.

Alles in Allem habe ich das Gefühl hier eine 2. Familie bekommen zu haben und bin sehr froh, dass ich Weihnachten mit den Kindern verbringen konnte. Ich werde meine kleinen Brüder und Schwestern, sowie meinen großen Bruder Kwicha und auch Mama, Nico und die anderen sehr vermissen. Ich habe versprochen in 2010 wieder zu kommen und bin in Gedanken auch schon in der Planung.

Vielen, lieben Dank an Lutz und Mathilde für die liebe und fürsorgliche Betreuung sowie dem Verein KKH, der es ermöglicht auch für kurze Zeit am Leben der Kleinen teilnehmen zu können.

Ich werde die Zeit nie vergessen und hoffe, dass mein Memorytree meiner kenianischen Familie hilft auch mich nicht zu vergessen...!"

LG aus Berlin Katja

Daddys-girl@freenet.de