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Am 04.Juli 2009 bin ich morgens nach einem 9-stündigen Nachtflug endlich in Mombasa
gelandet. Nach einer ca. zweistündigen Taxifahrt bin ich wohlauf in der Unterkunft der
Familie Krücke in Malindi angekommen. Nach einer Stärkung machte ich zusammen mit
Mathilde eine kleine Stadttour, bei dir sie mir die wichtigsten Geschäfte und die besten
Restaurants zeigte. Abends ging ich schon früh ins Bett, schließlich musste ich die neuen,
aufregenden Eindrücke erst einmal verarbeiten.
Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg nach Langobaya, und ich war sehr
gespannt die Kinder, die KKH-Mitarbeiter und die beiden anderen Praktikantinnen Julia und
Florine endlich kennen zu lernen. Als wir nach der einstündigen Autofahrt gegen Mittag im
Waisenhaus in Langobaya angekommen sind, wurde ich sehr herzlich von den Kindern, die
zu meiner Erleichterung keinerlei Kontaktscheue zeigten, und von den Angestellten begrüßt.
Kurz darauf wurde mir auch das „Guesthouse“, in dem Julia und ich kommenden Wochen
schlafen würden, gezeigt. Das “Guesthouse” liegt nahe dem Marktplatz und befindet sich ca.
10 Gehminuten vom KKH Waisenhaus entfernt. Das Haus ist für kenianische Verhältnisse
wirklich komfortabel ausgestattet, da es über fließendes Wasser und Elektrizität verfügt.
Bereits nach kurzer Zeit habe ich mich in Langobaya und im Waisenhaus gut eingelebt, da
wir von Anfang an in das Alltagsgeschehen involviert wurden. Morgens wurde zunächst mit
den Erwachsenen gefrühstückt, da die Kinder bereits in der Schule waren. Anschließend
bereiteten wir zusammen mit Mama Aska und Mary das Mittagessen vor, wuschen Wäsche
mit der Hand oder räumten auf. Das kenianische Essen war zu Beginn sehr ungewohnt und
eintönig, da es nur wenige verschiedene Gerichte gibt: z.B.: Ugali (Maismehl) mit Bohnen,
Kohl oder Spinat, Githeri (Mais, Bohnen, Kartoffeln), Reis, Chapatis (kenianische
Pfannkuchen) mit Bohnen oder zum Frühstück auch mal mit selbst gemachter Mango-
Marmelade. Aber schnell hatte ich mich an das neue Essen gewöhnt. Trotzdem haben wir zur
Abwechslung gelegentlich Waffeln gebacken oder Spaghetti gekocht. In dem kleinen
Kochhäuschen gab es 2 Kochstellen, welche mit Kohle erhitzt wurden. Auch die
Vorbereitung der großen Mengen an Essen (es musste für ca. 30 Leute gekocht werden) war
für uns Praktikantinnen eine neue Erfahrung.
Um ca. 12.30 Uhr kamen die Kinder aus der Schule oder aus dem Kindergarten, wo sie bereits
mit Mittagessen versogt wurden. Nach dem Mittagessen hatten wir endlich die Möglichkeit
Zeit mit den Kindern zu verbringen. Meistens haben wir zusammen draußen ein Hüpfspiel
oder Fußball gespielt, drinnen gemalt, gelesen oder in Kleingruppen Gesellschaftsspiele
gespielt, bei denen man sich streng an die von den Kindern selbst ausgedachten Regeln halten
musste. Manchmal haben wir auch gebastelt und am Wochenende wurde zusammen ein Film
geguckt.
Sehr häufig halfen die Kinder nachmittags im Haushalt, indem sie ihre Wäsche wuschen,
halfen das Essen vorzubereiten oder in Zweiergruppen die Ziegen und Kühe auf benachbarten
Grundstücken hüteten. Wir begleiteten mehrmals die Kinder zum Ziegenhüten und es war
immer sehr lustig und unterhaltsam, da man sofort von der „Dorfjugend“ umgeben war, die
einen interessiert beobachtet oder auch angesprochen hat.
Da zu jenem Zeitpunkt auch ein neues Nachhilfehaus selbst gebaut wurde, halfen die Kinder
mit Eifer bei der Herstellung von „bricks“ aus roter Erde. Generell hat es uns erstaunt, wie
aufmerksam, hilfsbereit und gewissenhaft die Kinder ihre Aufgaben übernehmen und auch nie
ein Widerwort aussprachen. Am späten Nachmittag haben wir abwechselnd bei der
Vorbereitung zum Abendessen geholfen. Dies war allerdings nicht allzu oft notwendig, da
Mama Aska und Mary stets tatkräftig von den 4 ältesten Mädchen unterstütz wurden. Obwohl
es abends bereits dunkel und frisch war, haben wir meistens gemeinsam draußen gegessen.
Nach dem Abendessen wurden Julia und ich immer von einem Waisenhaus-Mitarbeiter bis
zum „guesthose“ begleitet.
Einmal die Woche hatten Florine, Julia und ich unseren „off-day“. An diesen Tagen sind wir
mit dem Bus morgens nach Malindi gefahren um dort shoppen zu gehen und uns anschließend
am Strand auszuruhen. Besonders an diesen Tagen fielen die extremen Unterschiede zwischen
einheimischen und touristischen bzw. armen und reichen Gegenden auf.
Ein besonderes Ereignis ist auch die monatliche Fahrt nach Malindi, bei der ein Großteil der
Besorgungen für einen Monat in verschiedenen Geschäften geordert und anschließen mit dem
öffentlichen Bus zum Waisenhaus transportiert wird.
Auch die Besuche von uns Praktikantinnen in der Grundschule und im Kindergarten haben
zahlreiche Eindrücke hinterlassen. Die sehr einfachen Lernbedingungen (Lehrermangel, sehr
große Klassen und eine geringe Anzahl an Lehrmaterialen) waren für uns Deutsche doch sehr
ungewohnt.
Ich ging an zwei Samstagen zusammen mit Mama Aska und den Kinder in die Kirche der
Sieben-Tages-Adventisten. Die drei- bis vierstündigen Gottesdienste waren ungewohnt lang,
aber durch das viele Singen und den langen Kindergottesdienst ging die Zeit schnell vorbei.
Sehr haben wir uns auch über die Einladung zum Abendessen bei Kwicha und seiner Familie
oder den Ausflug mit Nico und den Kindern an den Fluss in Langobaya gefreut. Da Mathilde
und Lutz Krücke zur selben Zeit in Langobaya waren, hatten wir auch die Möglichkeit die
Schul-Projekte in Yembe und Malanga zu besuchen. Da in Malanga das alte Schulgebäude als
„Museumsstück“ erhalten ist, kann man sich mit einer Besichtigung des Gebäudes leicht die
alten, katastrophalen Schulbedingungen vorstellen, aber auch erkennen, wie viel sich in den
letzten Jahren glücklicherweise verändert hat.
Zusammenfassend waren die sechs Wochen in Langobaya/Kenia eine sehr schöne,
eindrucksvoll Zeit, aus der ich viele neue Erfahrungen, Bilder und Geschichten mit nach
Hause bringen konnte. Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit hatte.
Laura Jablonka
Fanny.laura@web.de
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