| |
Endlich war es soweit: Am 08. Februar bin ich in Mombasa gelandet und nach einer unterhaltsamen Taxifahrt wohlbehalten in Malindi angekommen. Nach einer Stadttour durch Malindi machte sich dann allerdings doch die Müdigkeit breit und ich habe meinen ersten Abend in Kenia im Bett verbracht.
Am nächsten Morgen ging es dann auch schon frisch gestärkt nach Langobaya. Bereits die ca. einstündige Autofahrt in den “bush” hat mich fasziniert und mich neugierig auf meinen zukünftigen “Arbeitsplatz” gemacht. Als ich dann um die Mittagszeit im Langobaya Orphanage ankam, wurde ich mit offenen Armen begrüßt und total herzlich empfangen. Die kleine Rasselbande konnte ich den ersten Minuten mein Herz erobern. Besonders die Angestellten haben sich die größte Mühe gegeben, dass ich mich von den ersten Minuten an wohl fühlte.
Im Verlaufe des Tages wurde mir dann auch mein zukünftiger Schlafplatz gezeigt. Im Zentrum von Langobaya befindet sich ein Gästehaus, ein ehemaligen Waisenhaus, welches wirklich komfortabel ausgestattet ist (fließend Wasser, Elektrizität, Moskitonetze, etc.). Das “guesthouse” befindet sich ca. 700 mtr. entfernt vom KKH Waisenhaus. Natürlich macht man sich da im ersten Moment Gedanken, ob es denn so sicher ist, dort alleine zu nächtigen. Diese Gedanken sind aber auch binnen weniger Tage verflogen, da sich die Angestellten vorbildlich um mein Wohlergehen gesorgt haben und mich jeden Abend zum Gästehaus begleitet haben. Hinzukommt, dass ich in wenigen Tagen festgestellt habe, dass Langobaya ein ganz tolles, friedliches örtchen ist, in dem man sich einfach nur wohl fühlen kann und keine Angst zu haben braucht. |
|

|
Nach wenigen Tagen habe ich mich in Langobaya, besonders im Waisenhaus, schon richtig wohl gefühlt und gut eingelebt.
Täglich ging es dann nach einem gemeinsamen Frühstück mit allen Angestellten an die Arbeit. Am Vormittag bestanden meine Hauptaufgaben darin, das Mittagessen mit Mary und Mama Aska (die Heimmütter) vorzubereiten, “Haus und Hof” zu fegen oder Wäsche zu waschen. Die Wäsche wurde selbstverständlich mit der Hand und in der prallen Sonne gewaschen. Als verwöhntes “Waschmaschinenkind” war das natürlich ganz schön anstrengend und brauchte einiges an übung. Die älteren Mädchen und Mama Aska waren aber die besten Lehrer, die man sich vorstellen konnte und mit der Zeit habe ich mich dann auch zu einer richtig guten “Wäscherin” entwickelt.
Meine Lieblingsbeschäftigung am Vormittag war allerdings das gemeinsame Kochen. In der Zeit meines Praktikums habe ich gelernt, Ugali, Chapati, “greens” und weitere kenianische Gerichte zu kochen. Auch das war eine ganz neue Erfahrung für mich. Jeden Tag musste für ca. 30 Menschen gekocht werden und dies natürlich nur auf Kohle oder Feuerholz. Es hat mir riesigen Spaß gemacht, mit Mama Aska und Mary, das Essen vorzubereiten und in die kenianische “Kochkunst” eingeführt zu werden. Die Aufgaben bezüglich des Haushalts haben mich schon häufig ganz schön gefordert, aber es waren ganz tolle Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Mama Aska und Mary haben mir alles super erklärt und mich sofort ins Waisenhausteam integriert. |
 |
 |
Am Mittag kamen dann auch schon die Kinder aus der Schule oder aus dem Kindergarten, sodass wir gemeinsam essen konnten. Nach dem Mittagessen, mussten die größeren Kinder dann auch schon wieder in die Schule. Somit konnte ich meine Zeit am Nachmittag den kleinen Kindern widmen. Häufig haben wir zusammen gespielt, gemalt, gebastelt oder auch handwerkliche Dinge gemacht. Zum Beispiel mussten manchmal auch die Kinder bei der Zubereitung für das Abendessen helfen. Zusätzlich wurden am Nachmittag häufig “bricks” aus der roten Erde hergestellt. Dabei durften die Kinder natürlich auch nicht fehlen.
An manchen Tagen blieb mir allerdings auch eher weniger Zeit für die Kinder, da ich ziemlich beschäftigt mit der Zubereitung des Essens war. Zusammengefasst war im Waisenhaus immer etwas zu tun, sei es Essen kochen, die Arbeit auf dem Farmland, die Herstellung von “bricks” oder einfach nur das Spielen mit den Kindern. |
 |
| |
Natürlich gab es auch Tage, die ich eher als Ausnahme zählen würde, wie zum Beispiel die monatliche Fahrt nach Malindi zum “shopping”, bei der der größte Teil aller Besorgungen für einen Monat erledigt wurde. Bei der zweiten Fahrt habe ich sogar die shoppinglist erhalten und musste den Einkauf organisieren. Das war spannend, aber da ich mich in Malindi, durch einen vorangegangenen Urlaub, schon ein bisschen auskannte, habe ich das ganz gut gemeistert. Hoffe ich zumindest? Es war auf jeden Fall schön, auch in solche Aufgaben eingeweiht zu werden und alle Aspekte des Alltags der Menschen kennen zu lernen und zu erfahren.
Ein weiterer “Ausnahmezustand” war unserer Ausflug zum Marine Park in Malindi, den Charlotte, Franziska (zwei weiter Praktikanten aus Deutschland), die Angestellten und ich geplant haben. Es war ein wunderschöner Tag, an dem die Kinder richtig ausgelassen am Strand plantschen konnten. Ich hoffe, dass alle den Tag richtig genossen haben und so schön fanden, wie ich. Es war außerdem schön zu sehen, wie einfach es ist mit 30 Leuten mit Bus und Tuk Tuk zu reisen.
Ansonsten gab es immer mal wieder Tage, die ganz besonders waren, wie zum Beispiel der Besuch in der Kirche, der Besuch in der Primary School und im Kindergarten, die Fahrt zum Krankenhaus nach Malindi oder die Einladung zum Mittagessen bei Kwicha´s (Angestellter im Waisenhaus) Familie.
Natürlich zähle ich auch meinen freien Tag pro Woche zu meinen “Ausnahmezuständen”, an denen ich meine Freunde in Malindi treffen konnte und einfach mal relaxen konnte.
Ganz besonders war dann unsere (Franziskas und meine) Abschiedsfeier im Waisenhaus. Die Kinder haben für uns gesungen und getanzt. Die Angestellten haben noch einige nette Worte an uns gerichtet und es gab sogar noch ein Abschiedsgeschenk für die Praktikantinnen. Es war rührend, wie viel Liebe und Wärme uns das gesamte Team entgegengebracht hat. Das hat den Abschied natürlich nicht leichter gemacht. Das gesamte Team und natürlich meine kleinen, süßen Kinder sind mir echt total ans Herz gewachsen.
Zusammengefasst habe ich den zwei Monaten in Langobaya ganz beeindruckenden Erfahrungen gesammelt und wahnsinnig liebe Menschen kennen gelernt. Hiermit möchte ich auch nochmal den staffmembers danken, dass sie mich so herzlich aufgenommen haben und mich an ihrem Leben teilhaben ließen. Alle Angestellten leisten einen ganz tollen Job. Außerdem möchte ich mich auch ganz herzlich bei den Kindern bedanken. Ihr seid so toll! Es war eine wunderbare Zeit, die ich in Kenia erlebt habe. Ich möchte mich auf diesem Weg auch ganz herzlich bei der KKH bedanken, die mir diese tolle Zeit ermöglicht hat. DANKE! Ich möchte diese Zeit nie missen und würde mich freuen, wenn ich irgendwann nochmal die Möglichkeit bekomme, dies zu wiederholen. |
|